
In einer Welt voller Ablenkungen, Erwartungen und immer neuer, äußerer Ziele erzählt „Bei mir“ von der Reise zurück zu sich selbst – zu jenem inneren Kern, der unabhängig von äußeren Umständen und Bestätigung im Außen existiert.
Das Bild handelt vom (Wieder-)Finden der eigenen, ursprünglichen Identität jenseits der Rollen, die wir in dieser Welt einnehmen und jenseits dessen, was wir leisten, darstellen oder erfüllen.
Darin liegt auch die schmerzhafte und zugleich befreiende Erkenntnis, dass vielleicht kein Mensch uns je ganz verstehen kann — nicht einmal jene, die uns am nächsten stehen. Jeder Mensch sieht nur einen Ausschnitt des Ganzen und unser innerstes Wesen bleibt in Teilen unverfügbar. Umso bedeutsamer wird die lebenslange Reise, uns selbst zu begegnen, uns zu erfahren und immer tiefer verstehen zu lernen. Wir sind es, die die einzelnen Fragmente unseres Lebens zu einem Mosaik zusammenfügen und zu einem Gesamtkunstwerk vereinen.
Insofern berührt das Bild auch die seelischen und körperlichen Ebenen von Heilung. Nach tiefgreifenden Erfahrungen wie z.B. Schwangerschaft, Geburt, Krankheit oder Trauma zeigt es die erstaunliche Fähigkeit des Menschen, Versehrtheit und Erschütterung nicht nur zu überwinden, sondern sie zu verwandeln und aus ihr heraus in eine neue Form von Ganzheit zurückzufinden.
Ganzheit zeigt sich auch im lebendigen Wiederankommen im eigenen Körper: im Genuss, im Spüren und Kennen der eigenen Kraft und Sinnlichkeit, im Vertrauen in die eigene Wahrnehmung und in dem wachsenden Wissen darum, was man will, was einem guttut und was der eigene Weg ist.
Ein wichtiger Impuls für diese Arbeit war auch das Gedicht „Freude des Seins“ von Max Prosa.